Praxis-Beispiele zum Werkunterricht
Ein Beitrag zu Lehrerfortbildungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen
2002
Erarbeitet von Bernd Wöhlbrandt, Schwerin
Vorwort
Die Gestaltung eines zeitgemäßen Werkunterrichtes ist für den
Lehrer nicht immer einfach. Mehrere Schwierigkeiten können die tägliche
Arbeit behindern. Dazu zählen u. a. größere Werkgruppen, die
Lösung der finanziellen Probleme und die Auswahl geeigneter
Arbeitsbeispiele.
Deren Auswahl wird in vielen Fällen durch das Angebot von Fertig-Werkpackungen
diverser Hersteller erleichtert. Nachteilig sind bei deren Anwendung aber vor
allem zwei Fakten: die durchschnittlichen Kosten pro Schüler sind z. T.
sehr hoch und in den meisten mir bekannten Fällen lassen diese kaum Eigenentwicklungen
der Schüler zu. Letztlich habe ich in der Praxis auch schon öfter
erfahren müssen, dass das eine oder andere Werkstück einzelne Schüler
bereits angefertigt hatten, z.B. in der Grundschule.
Mit dem vorliegenden Material habe ich den Versuch unternommen, drei Werkstück-Beispiele
ausführlicher zu dokumentieren.
Dabei habe ich mich von folgenden Schwerpunkten leiten lassen:
- Hoher Gebrauchswert der Werkstücke
- Unterschiedlicher Schwierigkeitsgrad
- Ein- und Mehrteiligkeit
- Verschiedene Werkstoffe
- Unterschiedliche Schwerpunkt-Fertigungsverfahren
- Unterschiedliche methodische Herangehensweisen
- Entwicklung konstruktiv-gestalterischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Ermöglichung selbstbestimmter Variantenbildung
- Differenziertes Arbeiten der Schüler
- Geringer Vorbereitungsaufwand des Lehrers
- Geringe Kosten pro Schüler
Sehr wichtig erschien mir auch, Tipps für Lehrer zu formulieren, die auf
eigenen Erfahrungen basieren. Auch wenn man schnell geneigt ist, zu sagen: "Das
ist doch alles selbstverständlich!", so kann ich nur empfehlen, Musterstücke
vor dem Unterricht anzufertigen. Musterstücke helfen dem leistungsschwächeren
Schüler und zeigen dem Lehrer die Schwachstellen. Außerdem garantieren
eigene Musterstücke eine hohe Ausführungsqualität. Damit lassen
sich gut Bewertungsmaßstäbe setzen!
Generell sind keine Fertigungspläne enthalten. Ich wollte hier einfach
keine Vorgaben niederschreiben, was wann womit zu machen ist. Natürlich
kann man dies den Schülern vorgeben oder auch von ihnen erarbeiten lassen.
Partnerarbeit ist hier zu empfehlen. Allerdings ist auch vorstellbar, dass darauf
verzichtet wird, so dass der Schüler selbstständig situationsgebunden
entscheiden muss.
Genau so ist es überlegenswert, den Schüler situationsabhängig
auch mal absichtlich Fehler machen zu lassen, sich also als Lehrer nicht einzumischen.
Reden hilft nicht immer! Die Bestimmung von Bohrungsdurchmessern sollte situationsabhängig
auch vom einzelnen Schüler vorgenommen werden. Eine niedere Stufe dazu
bildet die Auswahl unter drei oder vier vom Lehrer vorgegebenen Durchmessern
durch den Schüler.
Wie dem auch sei: Probieren Sie einfach mal was Neues aus!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit.
Von Bernd Wöhlbrandt
Mit freundlicher Unterstützung
des PAETEC-Verlages für Bildungsmedien
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