Es lassen sich folgende Hauptrichtungen formulieren:
- Die Schüler sollen mit unterschiedlichen Materialien
schöpferisch und phantasievoll gestalten unter Einbeziehung von
Überlegungen über Sinn, Zweck, Funktion und Form des herzustellenden
Produkts und über die Planung von Arbeitsabläufen und -techniken zu
dessen Herstellung: Werkstoffbearbeitung - Gestaltendes Werken
- Die Schüler sollen in elementarer Weise auf die Bewältigung
technisch ausgeprägter Lebenssituationen durch die Befähigung zu
sach- und sicherheitsgerechtem sowie ökologischem,
technikkritischem Handeln vorbereitet werden, auch unter Beachtung
des historischen Aspekts, d.h. der Bedeutung technischer
Problemstellungen und ihrer Lösung für die Entwicklung der
menschlichen Gesellschaft: Technisches Werken
Die Schüler erwerben und erweitern dabei Fähigkeiten im
Problemlösen durch Erkennen und Anwenden von Ursache - Wirkung -
und Zweck - Mittel – Beziehungen, insbesondere Werkstoff
- Werkzeug - sowie Element – Funktion – Zusammenhang
unter zunehmend selbständiger Beachtung von technologischen,
funktionalen und ökonomisch-ökologischen Aspekten.
Die beiden Aspekte des Werkunterrichts erscheinen häufig in
getrennten Stoffkomplexen mit einer gewissen Linienführung, d.h. in
einer Trennung von gestaltendem und technischem Werken. Jedoch ist die
enge Verbindung beider Aufgaben von besonderer Bedeutung und sollte
durch die Behandlung von Komplexthemen (Projektthemen) für die Schüler
deutlich gemacht werden.
Ein wesentlicher Aspekt des Faches Werken ist auch die Schulung des
ästhetischen Empfindens und die Beachtung ökologischer
Problembereiche. Es ist ein zunehmender Grad der Selbsttätigkeit der
Schüler in allen Bereichen anzustreben, wie bei der Vorbereitung und
Planung der Tätigkeit, der Auswahl und Handhabung der Werkzeuge und
Hilfsmittel, des Kenntniserwerbs durch Untersuchungen und Experimente
und der Kontrolle und Beurteilung der Arbeitsergebnisse u.a.
D.h. nicht nur vorgedachte Werkstücke sind "nachzubauen",
sondern es sind Möglichkeiten zu schaffen, dass Schüler an der
Entwicklung und Gestaltung der Werkstücke teilhaben, was eine
entsprechend geeignete Material- und Werkzeugauswahl voraussetzt.
Für die beiden Hauptrichtungen empfiehlt sich folgende Orientierung
| |
Werkstoffbearbeitung
– gestaltendes Werken:
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Modellbau – technisches
Werken:
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| Klasse 1 |
Arbeit mit Papier |
einfache
grundlegende Arbeitstechniken wie
Trennen : Schneiden (Schere), Reißen
Fügen: Kleben, Flechten, Heften, Schrauben
Umformen: Falten, Knüllen, Falzen
Vergüten: Bemalen, Färben
Plastisches Gestalten mit Modelliermasse und anderen Werkstoffen |
Modellhaftes Gestalten der
Umwelt (Spielplatz) und Bauen von einfachen technischen Modellen
(Fahrzeuge: Schubkarre, Sackkarre) mit beweglichen und starren
Verbindungen |
| Klasse 2 |
Arbeit mit Papier, Karton,
Pappe
Arbeit mit textilen Werkstoffen / Kunstleder/Folien |
Bau stabiler und
funktionsfähiger Modelle unter Verwendung der Elemente Rad, Rolle,
Hebel, Seil |
| Klasse 3 |
Arbeit mit textilen
Werkstoffen / Kunstleder/Folien |
Bau stabiler und
funktionsfähiger Modelle unter Verwendung der Elemente Profile |
| Klasse 4 |
Komplexes Arbeiten mit den
Werkstoffen
Arbeiten mit Holz
|
Modell Wohnung / Fahrrad
einfache elektrotechnische Modelle
Modelle mit verschiedenen Antrieben |
Die ansteigenden Anforderungen implizieren Besonderheiten in den
einzelnen Klassenstufen.
Typisch für Klasse 1 sind die unterschiedlichen Voraussetzungen
in der praktischer Tätigkeit wie bei der Handgeschicklichkeit und im
technischen Erfahrungsbereich. So werden zunehmend Teile bzw.
Teilzusammenhänge von Gegenständen sachlich und objektiv erkannt, aber
eine vollständige Zusammensetzung gelingt nicht immer – ein Merkmal
dominiert:
- Schornstein – Fabrik
- Regenrinne – Haus
Neben einer Orientierung an "markanten" Teilen wird der Rest
improvisiert.
Die grob- und feinmotorischen wie sensomotorischen Fähigkeiten müssen
weiter geschult werden, um die Fertigungsverfahren zunehmend sicher
beherrschen zu lernen. Durch differenzierte Lehr- und Lernformen sind
unabdingbare elementare Voraussetzungen und Normen einer erfolgreichen
praktischen Arbeit zu sichern wie
- die zweckmäßige Einrichtung des Arbeitsplatzes,
- das unfallvermeidendes Verhalten,
- die achtsame Behandlung der Materialien (Werkstoffe, Bauelemente)
und Arbeitsmittel (Werkzeuge).
Im technischen Bereich steht das Herstellen einfacher technischer
Einrichtungen aus Materialien und / oder Baukästen/-sätzen, insbesondere
stabile Konstruktionen (Brücken, Türme u.ä.) im Mittelpunkt.
Im Mittelpunkt von Klasse 2 und 3 steht die zunehmend bewusstere
Planung und Durchführung der Arbeitsaufgaben. Die Betrachtungen zu
technischen, vorwiegend mechanischen und beweglichen, Modellen wird durch
zeichnerische Darstellungen (schematisch und symbolisch) erweitert. Dabei
werden im technischen Bereich stufenweise die Elemente Rad, Rolle, Seil,
Hebel sowie Profilelemente in die Betrachtungen aufgenommen. Das Bildhafte
tritt bei technischen Problemen zurück zugunsten des Funktionalen. –
Gegenstand und Herstellung müssen funktionieren!
In Klasse 4 gilt es das bisherige Wissen zu systematisieren. Die
Arbeitsaufgaben tragen komplexen Charakter und sind zunehmend selbständig
in verschiedenen Arbeits- und Organisationsformen zu bearbeiten. Die
Arbeit mit technischen Modellen wird auf elektrotechnische Modelle
erweitert. Komplexe Aufgaben wie Wohnen und Fahrrad systematisieren das
technische wie gestalterische Wissen.
Beispiel zu Steigerung der Anforderungen (RP-Kommission 1999)
Arbeitstechniken zum Werkstoff Papier
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Anreißen |
Reißen / Knüllen |
Falzen / Falten |
Schneiden |
Kleben |
Vergüten |
| Klasse 1 |
einfache große Formen mit
Schablone |
verschiedene Papiersorten |
Falzen mit der Hand
einfache Grundformen Falten |
am geraden und einfachen
kurvenförmigen Riss ohne Innenausschnitte |
einfache Formen mit
Klebestift |
Bemalen |
| |
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Jahreszeitenbäume
Weihnachtsstern |
Fangbecher
Zaubertüte |
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Löwe mit Mähne
Notizmaus oder –blume |
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| Klasse 2 |
kompliziertere und
kleinere Formen mit Schablone,
Zeichnen von Linien (Verbinden) mit dem Maßstab |
Reißen zur Bestimmung der
Laufrichtung und anderer Eigenschaften,
Knüllen zum Mustern von Oberflächen |
Falzen mit Falzbein und
anderen Hilfsmitteln,
Falten schwierigerer Formen (Himmel-Hölle, Kästchen...) |
bei kleineren und
komplizierteren Formen,
mit dem Papiermesser für gerade Risse |
kompliziertere Formen,
Kleben mit Flüssigkleber,
Beziehen einfacher Formen, Arbeit mit der Klebepistole |
Mustern von Oberflächen
durch verschiedene Techniken |
| |
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Knüllpapier |
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Anziehpuppe |
Zaubermappe |
Knüllpapier
Abzugspapier |
| Klasse 3 |
einfache geometrische
Formen mit dem Maßstab und Zirkel |
Herstellung von Pappmaché |
schwierigere Faltarbeiten
(einfaches Origami),
schwieriges Material (Seidenpapier) |
Schneiden von
Innenausschnitten mit Silhouettenschere und Papiermesser,
schwieriges Material (Karton, Pappe, ...) |
Kontaktkleben,
Verkleben von Papier mit anderen Werkstoffen, |
Verarbeiten von Pappmachè |
| |
Malfolgenuhr |
Pappmachèkopf |
Würfel |
Wohnungsmodell
aus Verpackungen, Puppenbühne |
| Klasse 4 |
komplexe Werkstücke mit
Maßstab, Zirkel und Flachwinkel |
Herstellen von Papier aus
Altpapier |
s.o. |
Schneiden mit der
Handhebelschere |
Beziehen komplizierter
Werkstücke, |
Marmorieren,
Herstellen von Papier |
| |
Buch aus
hergestelltem Papier, Windlicht, |
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